Stadtspaziergang (2003)

Stadt St.Gallen

Geführter Rundgang durch die Stadt an der Grenze von Alltag und Fiktion als Prolog zu «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» von Peter Handke

Zur Inszenierung

Zum Kantonsjubiläum SG 2003 wurde «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» auf dem Pic-o-Pello Platz in St. Gallen unter der Regie von Dodo Deér aufgeführt. In diesem Stück treten nur stumme Personen aus der Gegenwart, aus der Geschichte und aus religiösen und mythischen Zusammenhängen auf.

Eine halbe Stunde vor Theaterbeginn trifft sich das Publikum an zehn verschiedenen Bus- und Bahnhaltestellen rund um den Platz in kleineren Gruppen zu einem Stadtspaziergang. Sie werden von einem Schauspieler aus dem Stück erwartet. Jeder Schauspieler hat seine Geschichte wie und warum er das Publikum schweigend durch die Stadt führt. Neben der Sensibilisierung auf alltägliche Erscheinungen und der Schärfung der Aufmerksamkeit werden dem Zuschauer die fiktiven Figuren aus dem Stück im alltäglichen Stadtraum vorgestellt. Beim Flanieren durch die Stadt vermischen sich reale Szenen mit gespielten. Das Publikum rätselt über den Wirklichkeitsgehalt seiner Beobachtungen – inszeniert oder einfach Alltag? Der Stadtspaziergang integriert Zuschauer wie auch die Einheimischen auf spielerische Weise in das Theaterprojekt.

Stadt St. Gallen

Produktion: «Verein Die Stunde» in Koproduktion mit dem Theater St. Gallen
Konzept und Realisation: Karin Bucher, Rebekka Reich
Assistenz: Aurèle Ferrier, Linda Dörig
Technik: Thomas Karrer

«Sie sind willkommen. Sie werden hier nichts sehen, was sie nicht schon gesehen haben. Sie werden hier nichts von dem sehen, was sie hier immer gesehen haben. Sie werden sehen, was sie sonst gehört haben. Sie werden sehen, was sie hier sonst nicht gesehen haben. Sie werden kein Schauspiel sehen. Ihre Schaulust wird nicht befriedigt werden. Was du gesehen hast, verrat es nicht, bleib im Bild.» Peter Handke, Publikumsbeschimpfungen