Ein Haus im Wandel (2006)

Trogen AR, Palais Bleu

Toninstallation aus Gesprächen mit ehemaligen Bewohnern und Mitarbeitern anlässlich der Spurensicherung, Kunst im alten Spital.

Patientenzimmer 12, 1 Uhr, 1 Eile mit Weile Spiel, 1 alter Spitalradio

In einer Toncollage mit der ehemaligen Oberschwester, dem Leiter und der Schwester wird das Leben im Haus und die Veränderungen über die Zeit nachvollziehbar. Ein unberührt gebliebenes Pflegezimmer, das kleine Hausmuseum, die Geschichtensammelstelle ergänzen das sich immer wieder verändernde Bild des Hauses. Neben verschiedenen Beschreibungen zur Lebenssituation im Spital, zu den Bewohnern und zu den Verhältnissen im Spital werden auch berührende Kuriositäten erzählt. So regnete es z.B. aufgrund einer undichten Stelle in das Zimmer einer Bewohnerin. Obwohl sie von ihrem Bett nicht aufstehen konnte, freute sie sich über den Regen  und verlangte jedes Mal nach einem Schirm. Oder aber, wird erzählt, wurde während einer Herbstaktion in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten in allen Gängen des Spitals Laub verteilt, was die Bewohner genossen. Und ganz unerwartet geschah es einmal, dass der Sohn eines gehbehinderten Bauern nach der Viehschau mit dem Kälbchen bei seinem Vater am Bett stand. Das Spital war um eine gute Atmosphäre bemüht. Dennoch sind sich die Erzähler einig, dass das Leben im Spital ein erschwerliches war. Denn oft war es kalt. Zur Aufbahrung der Toten gab es im Spital einen Raum, wo man noch mehrere Tage nach dem Tod Abschied nehmen konnte. Mit der Zeit verlor das Spital an Patienten. Dabei stieg jedoch die Qualität der Pflege und des Teams, weil so mehr Zeit für die Patienten zur Verfügung stand.

Trogen AR, Palais Bleu

Konzept und Realisation: Karin Bucher Hörbeispiel: Toncollage