Zentrum für Bauen und Kultur (2004)

Teufen AR

Inhaltliche und räumliche Studie über die Umnutzung des Zeughauses im Zusammenhang mit einer Sammlung von Brückenmodellen der Zimmermeisterfamilie Grubenmann / Kulturkommission Teufen AR

Der 1855 errichtete Bau zeugt durch seine besondere Dachkonstruktion von der langen Zimmermannstradition im Appenzeller Land. Im Zusammenhang mit einer Dauerausstellung der Grubenmannsammlung, galt es die Frage zu klären, in welchen inhaltlichen, organisatorischen und räumlichen Kontext sich die Ausstellung einbetten lässt, um das Haus lebendig und attraktiv zu gestalten. Als Streusiedlung ist das Appenzeller Land eine Landschaft, die sehr sensibel auf bauliche Eingriffe reagiert. Neuzeitliche Baumassnahmen verdeutlichen, dass der in der Region Jahrhunderte lang trainierte Umgang mit Material und Masse verloren gegangen ist. Zwischen Baufachleuten und Laien, die aber als Auftraggeber die Entscheidungen zu treffen haben, klafft eine Lücke des Unverständnisses. Im Umgang mit Alt und Neu herrschen Unsicherheiten. Mit einer räumlichen Inszenierung stellt sich das neue Zentrum für Bauen und Kultur bereits visuell der Frage, auf welchen Bauzustand ein Gebäude bei der Renovation zurückgeführt werden soll. Durch die teilweise Wegnahme der Geschossdecken und eine Abgrabung ins Erdreich, wird eine Raumskulptur geschaffen, die die Besonderheit des Bauwerks ausdrückt und eine unerwartete und eindrückliche, sakrale Raumatmosphäre schafft als konzentrierte Grundstimmung für Ausstellungen und Veranstaltungen.

Teufen AR, Kulturkommission Teufen

Inhaltskonzept und Entwurf: Karin Bucher, Rebekka Reich